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7 VL3 Evolution, 7 Tage, 2650 Kilometer – Airlebnis kroatische Adriaküste

Juli 2017

Soeben erinnerte mich Facebook daran, dass ich vor einem Jahr meine Flugausbildung begonnen hatte. Wow! Zurückblickend sind in dieser Zeit wirklich einige Wolken am Himmel entlang gezogen und ich habe gefühlt mindestens genauso viele fliegerische Erfahrungen gesammelt: angefangen bei meiner Umschulung von der C42 auf die VL3 Evolution, über die Absolvierung der Passagierlizenz und des Sprechfunkzeugnisses bis hin zu knapp 100h Flugerfahrung.

Heute, nicht einmal 365 Tage nach meiner Prüfung, sitze ich also vor meinem Laptop, um mich der Herausforderung zu stellen, die vielen wunderbaren Erlebnisse meiner ersten großen Auslandsreise in einem Bericht einzufangen.

Schon seit Anfang dieses Jahres bestand die Idee, mit einer Gruppe begeisterter VL3-Piloten in den Norden auf Ostsee-Erkundungstour aufzubrechen. Aber unverhofft kommt ja bekanntlich oft, ganz besonders, wenn man vom Wetter abhängig ist. Unserer geplanten Ostseeumrundung hatte Petrus einige Schlechtwetterfronten in Nordeuropa entgegenzusetzen. Das heißt, unsere bis ins Detail geplante Route über Polen, Litauen, Estland, Finnland und Schweden verwarfen wir zwei Tage vor Abreise einfach kurzerhand. Die Wettervorhersagen waren dahingehend unmissverständlich: von unserem Startflugplatz in Kamenz gab es nur einen Weg, der uns der Sonne entgegenführen würde: von Tschechien über Österreich nach Ungarn an den Balaton und Weiterflug an die kroatische Adriaküste.

  • Airlebnis kroatische Adriaküste
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Von grau zu blau in 2,5 Stunden

So starteten wir also letztlich mit sieben VL3 Evolution aufgeteilt in zwei Formationen wie geplant um 0900UTC von EDCM nach LHSP, ein Flugplatz unweit von der Stadt Siófok am Balaton entfernt. Nach 567 Kilometern, die wir trotz Gegenwindes in gerade einmal 2,5 Stunden Flugzeit meisterten, erwartete uns der Anblick eines strahlend mintgrünen Balatons sowie ein äußerst freundlicher Service am ersten Zielflugplatz (es ist empfehlenswert vorab Kontakt mit dem Flugplatzleiter aufzunehmen, da vor allem an Wochenenden sehr viel Verkehr durch Fallschirmspringer besteht).

Ein Lächeln überkam uns alle beim Verlassen der Flieger, nicht nur zurückblickend auf den entspannten Flug, sondern auch wegen der Vorfreude auf einen besonderen Sommerurlaub.

Nachdem wir unsere Flieger abgestellt hatten, begaben wir uns direkt nach Siofok (circa 15 Minuten per Taxi). Die Stadt am Balaton bietet diverse Unterkunftsmöglichkeiten direkt am Wasser sowie eine ausgeprägte Bar- und Restaurantszene. Ein kleiner Geheimtipp ist das Restaurant Mala Garden, welches ein Stück abseits von der Partymeile direkt am Wasser gelegen, hervorragenden Wein und Speisen sowie gemütliche Sitzmöglichkeiten offeriert.

Neben ausgedehnten Abenden im Mala Garden nutzten wir die ersten beiden Tage der Reise, u.a. für eine Segeltour auf dem Balaton, Sightseeing in Siofok und vor allem zu ausgeprägten Entspannungszwecken. Zur Aufrechterhaltung des fliegerischen Pensums unternahmen am Abend des zweiten Tages vier VL3 noch einen ungeplanten Kurztrip zum 72 Kilometer entfernten Hertelendy (Flugplatz mit Schloss) mit anschließendem Sunset Flug entlang des Balatonufers – definitiv lohnenswert!

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Willkommen in Kroatien

Als das Wetter allmählich drohte auch in Ungarn zu kippen, packten wir am dritten Tag unsere Taschen, tankten noch einmal unsere Flieger und nahmen Direktkurs auf Medulin bei Pula in Kroatien. Als Zollflugplätze wählten wir Héviz (LHSM) in Ungarn und Pula (LDPL) – eine E-Mail vorab mit geplanter Ankunftszeit und Kennzeichen erleichtert und verkürzt den Zollablauf. Nur einen Katzensprung entfernt von Pula liegt der Flugplatz Medulin (Achtung: auf beinah keinem Navigationssystem zu finden). Nur ein kreativer „Windsack“ in Form einer ausgemusterten originalen Piper Seneca weist auf die unebene, sehr trockene Graspiste hin. Umso holpriger die Bahn, die unsere Einziehfahrwerke allerdings problemlos meisterten, desto gastfreundlicher empfangen uns die Flugplatzbetreiber. Sie boten uns ohne dass wir explizite danach gefragt hätten neben Hallenstellplätzen auch erfrischende Getränke und organisierten uns direkt ein Taxi in die 10 Minuten weit entfernte Stadt. Medulin hat das klassische Flair eines Hafenstädtchens, das zum Bleiben einlädt und besitzt neben zahlreichen Restaurants und Stränden, auch einen kleinen Jahrmarkt direkt am Wasser. Ein Tipp, in dessen Geschmack wir leider nicht kommen konnten: Es besteht die Möglichkeit für umgerechnet circa 50€ die umliegenden Inseln mit einem Boot zu erkunden, Getränke, Speisen und Badestopps inklusive. Des Weiteren befindet sich unweit von Medulin der Nationalpark Premantura mit teilweise unberührten Stränden. Der Badeaufenthalt in dem kleinen Paradies lässt sich hervorragend mit einem anschließenden Sightseeingtrip durch die Stadt Pula kombinieren, die eines der ältesten Amphitheater in sich trägt.

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Auf Erkundungstour: Insel Hvar

Da unsere kleine Truppe jedoch Schwierigkeiten hatte eine weitere Übernachtung in Medulin zu erhalten, entschlossen wir uns am vierten Tag dank Hörensagen zum direkten Weiterflug auf die Insel Hvar (LDSH). Der knapp 300 Kilometer weite Flug entlang der VFR-Route Adria 2 in 1000ft ist malerisch – hier liegt Insel an Insel, gesäumt von Buchten, der Adriaküste und zahlreichen Segelbooten. Dank der Wasserroute ist trotz der 30 Grad am Boden keine Spur von Thermik zu spüren, so dass man den Ausblick in vollem Maß genießen kann. Der Landeplatz von Hvar, eine unebene Graspiste, liegt auf der dem Land zugerichteten Inselseite neben der Stadt Stari Grad, so dass uns die Fahrt nach Hvar etwa 35 Minuten dauerte. Nach der prompten Begeisterung aller über die Schönheit der Insel während der Autofahrt entschieden wir uns direkt für einen längeren Aufenthalt über zwei Nächte.

Nach einem entspannten ersten Abend am Hafen von Hvar tauschten wir unsere Tragflächen an unserem flugfreien Tag gegen 14 Räder in Form von sieben Scootern, um die Insel im Detail zu erkunden. Nur wenige Kilometer entfernt, in Brusje lernten wir die Schönheit des originalen Kroatiens kennen, entflohen kurz den touristischen Einflüssen und erhielten dafür einen fantastischen Blick über die Insel. Entlang der Serpentinen in Richtung Tal erreichten wir Stari Grad (heißt: Altstadt) und gönnten uns beim Flanieren am Hafen jeder ein schmackhaftes Eis. Zum späten Nachmittag hielten wir auf unserer Rücktour für eine Abkühlung noch am Strand Milna, bevor wir zurück in Hvar den Abend ausklingen ließen.

Es wäre einfach gewesen, eine weitere Woche auf Hvar zu verbringen. Dennoch lockten unsere VL3 zur Weiterreise nach Dubrovnik. Achtung: auf Hvar gibt es keine Tankmöglichkeit, allerdings ist der Platzbesitzer gerne bereit an der nahegelegenen Tankstelle, die mitgebrachten Kanister aufzufüllen.

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Im Süden Kroatiens: Dubrovnik

Der 40-minütige Flug nach Dubrovnik (Anmeldung auf dem Verkehrslandeplatz mind. 24h vor Anreise) beschenkte uns noch einmal mit einem faszinierenden Blick auf die kroatischen Inselküsten und wurde gefolgt von einem sensationellen Anflug auf den Verkehrslandeplatz von Dubrovnik. Nach einer Runde im Holding B2, um einem Verkehrsflugzeug den Vortritt zu lassen, durften auch unsere VL3 sich einmal wie die Großen fühlen und auf der 3300m langen Bahn landen. Es ist schon etwas Besonderes sich neben einer Boeing 747 abzustellen und mit einem eigenen Shuttlebus zum Terminal gefahren zu werden.

Noch immer beeindruckt von den Flughafenerlebnissen erreichten wir nach einer 20-minütigen Taxifahrt unser Hotel und brachen nur wenige Minuten später auf, die historische Altstadt von Dubrovnik zu besichtigen, die sich seit der Verfilmung von Game of Thrones größter Bekanntheit erfreut. Insgesamt ist die Stadt sehr touristisch geprägt, dennoch haben die vielen kleinen Gassen und alten Gemäuer etwas romantisches und beeindruckendes an sich. Wer sich ein bisschen mehr Aufenthalt einräumt, sollte sich unbedingt ein Ticket zum Rundgang auf der Stadtmauer kaufen. Wer jedoch wie wir nur einen halbtägigen Aufenthalt plant, sollte sich durch die Gassen schlängeln und die dabei gewonnenen Eindrücke entspannt in der Bar am Rande der Stadtmauer genießen (gut ausgeschildert, aber Vorsicht an dem in der Mauer eingelassenen Eingang läuft man schnell vorbei) und anschließend in einem der vielen Restaurants zu Abend essen.

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Heimreise

Unser Zeitplan ließ uns am darauffolgenden Tag allmählich die Rückreise antreten: das war im Verlauf der Reise das erste Mal, dass Tasche packen uns ein wenig traurig stimmte.

Es ist leider nicht zu empfehlen, in Dubrovnik zu tanken. Aus den uns versprochenen 20 Minuten wurden letztlich drei Stunden Aufenthalt auf dem Vorfeld bei 30 Grad ohne einen Tropfen Benzin.

Um uns und unseren Fliegern nach der missglückten Tankaktion einen Gefallen zu tun, wählten wir noch einmal die Direktroute entlang der adriatischen Küste mit Tankstopp in Brac und Weiterflug nach Portoróz, Slowenien. Hier wurde uns wieder die gewohnte Flugplatzfreundlichkeit zuteil, die wir gewohnt waren. Der Flugplatz von Portoroz an der slowenischen Adriaküste (7ft) ist vollends auf den Besuch von Fliegern der allgemeinen Luftfahrt ausgelegt und bietet einen freundlichen Rund-um-Service inklusive Begrüßungsgetränk in Form von regionalem Schnaps.

Anstatt direkt in Portoróz unterzukommen, wurde uns empfohlen den etwas weiteren Weg nach Piran auf uns zu nehmen. Die kleine Hafenstadt ist schlichtweg entzückend, bietet eine große Auswahl an Restaurants und lädt zum abendlichen Flanieren ein. Wer einen längeren Aufenthalt plant, sollte unbedingt mit dem Auto ins nahegelegene Triest aufbrechen oder kann mit dem Flieger einen Tagestrip nach Venedig unternehmen.

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Da wir den Tag fliegerisch intensiv genutzt hatten, blieb unserer Truppe nur ein letztes von Fisch geprägtes Abendessen, bei dem wir die vergangenen Tage intensiv Revue passieren ließen.

Schon am darauffolgenden Tag klingelte früh der Wecker. Aufgrund von aufkommenden Gewittern im Alpenraum entschieden wir uns rechtzeitig in die Heimat aufzubrechen. Einen direkten Alpenflug gönnte uns Petrus leider nicht, weshalb wir uns entschieden, wieder den Weg über Ungarn, Österreich und Tschechien zu wählen. Um sowohl uns als auch unsere Flieger zu stärken, legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Fertoszenmiklos am Neusiedler See ein. Die Gulaschsuppe muss man gegessen haben!

Von dort aus planten wir unsere Strecke wie schon bei unserer Hinreise über die Wegpunkte PESAT MIKOV ROGAD und ASTEL. Ein Gewitter nördlich von Wien ließ uns allerdings von der geplanten Route abweichen und noch einen kleinen Schlenker um die Wiener Neustadt drehen. Abgesehen von den unerwarteten Ausweichmanövern verlief die Rücktour absolut reibungsfrei trotz teilweise starken Turbulenzen und Thermik, die unsere VL3 Evolutions jedoch mit links wegsteckten.

Nach sieben Tagen, insgesamt 2650 Kilometer und 11 Flugstunden, trennten sich die Formationen bei Grenzüberquerung in Deutschland schweren Herzens und unsere VL3‘s verstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Es wäre gelogen zu behaupten, dass die Abschiedsreden auf der Bord-zu-Bord-Frequenz nicht äußerst emotional gewesen wären.

Bei unserer Landung in EDCM hatte ich Gänsehaut. Wieder einmal wurde aus Bekannten, Freunde und unsere kleine aber feine VL3 Familie ist wieder ein Stück weiter zusammengerückt.

Es ist nicht einfach, die vielen gewonnenen Eindrücke einfach so schwarz auf weiß wiederzugeben, daher rate ich jedem sich seinen Flieger zu schnappen und es einmal selbst zu airleben.

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